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Russ

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02.03.2018 08:39

Breitere Räder für Laverdas

Die großen Laverdas kamen ab Werk mit äußerst schmalen Felgen und Reifen; das ergibt für die schweren Maschinen die Optik eines Storches im Salat, das Fahrverhallten ist dadurch in Verbindung mit dem sehr hohen Schwerpunkt kippelig, auch wenn mancher sich das gerne als agil schönredet.

Abhilfe schaffen breitere Räder; hier beschreibe ich, wie das ziemlich einfach, ohne weitere Veränderungen des Motorrades, zu realisieren ist.

Meine Beschreibungen beziehen sich auf Dreizylinder von 1973 bis 1982, bei 750ern und RGS-Modellen kann aber ebenso verfahren werden.

Als Reifengrößen habe ich jeweils vorne 110/80-18, hinten 140/70-18 verwendet.

Als Felgengrößen wurden vorne 2.75-18, hinten 4.00-18, 4.25-18 bzw. 4.50-18 genommen.

Bei Felgen mit Drahtspeichen war es ein Kinderspiel: die schmalen Borranis raus und entsprechend breitere (2.75/4.25) rein, Reifen drauf, fertig.

Ähnlich bei den Gußfelgen: die habe ich vorne auf 2.75, hinten auf 4.50 verbreitern und die Betten polieren lassen; Reifen drauf, fertig.

Eine dritte Maschine habe ich mit den Rädern inkl. Bremsen der GSXR 1100 ausgerüstet, dies ist nicht ganz so einfach, allerdings auch kein Problem.
Am Vorderrad muß beiderseits etwas abgedreht werden, hinten am Kettenradträger sowie neue Radlager; vorne nimmt man für die 310er Bremsscheiben Brembo-Doppelkolbenbremszangen, für die man Adapter benötigt.
Hinten wird die Bremse der GSXR 1100 verwendet (220er), es muß eine Aufnahme für den Bremsanker an der Schwinge angebracht werden.

Die GSXR-Felgen sind erheblich leichter als die Laverda-Speichen oder Gußräder, was man im Fahrbetrieb auch spürt.

Vorsicht! Die mickrigen, originalen Gäbelchen der Laverdas verdauen die gewaltige Bremsleistung der 310er nicht; sie biegen sich nach hinten und erleiden Riefen in den Standrohren, wenn man die Bremse zu häufig zu heftig nutzt; bei sachter Betätigung (entsprechend der Wirkung der originalen Brembos) ist alles gut.

So nachgerüstet liegt die Maschine erheblich ruhiger und satter, auch der Komfort verbessert sich.

Optisch ist auf den erten Blick kein Unterschied zum Original erkennbar; selbst die GSXR-Räder fügen sich unauffällig ein, nur die großen Bremsen fallen auf.

Zu o.a. Veränderungen ist ein 520er Kettensatz zu verbauen, um Distanz zum Reifen zu erhalten; die Kette sollte ausreichend lang sein, um das Hinterrad möglichst weit hinten einsetzen zu können; der Abstand des Reifens zur schmalen Schwinge ist recht knapp.

Wer so auf öffentlicher Straße fahren will sollte TÜV-Eintragung anstreben; "mein" TÜV-Ing. hat alle Varianten für jeweils 38€ abgenommen und wegen "ausgezeichneter Umsetzung und handwerklicher Qualität" gelobt.




 
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