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Russ

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04.11.2017 10:25

Optische Entwicklung der Laverdas

Als 1969 die 750er Laverda auf den Markt kam war es ein bildhübsches Motorrad, welches der Honda CB72 in vergrößertem Maßstab nachempfunden war. Der unten offene Rahmen war zwar damals bei großen Motorrädern ungewöhnlich, aber ok.

Bis zur SF2 blieben die Änderungen im guten Rahmen, doch mit der SF3 glaubte man dem Zeitgeist folgen zu müssen und verbaute Gußräder sowie den albernen "Heckbürzel"; die schöne Linie war versaut.

Die Dreizylinder "1000" war einfach nur ein Bild von einem Motorrad: wunderbare Formgebung mit den richtigen Proportionen, Rahmen mit doppelten Unterzügen, Doppelnockenwellen-Zylinderkopf, riesigen Bremstrommeln; ein wahrgewordener Traum.
Auch die "1000 3C" mit Scheibenbremsen vorne blieb dieser tollen Linie treu.

Doch 1976 erwischte es mit der "1000 3CL" und der "1200T", wie auch die 750er, mit den Gußfelgen und dem "Heckbürzel"; die Eleganz war futsch.

1979 wurde es noch schlimmer: die 1000er hieß jetzt "Jota", bekam eine ganz nette Halbschale ähnlich der Ducati 900 SS, aber nur kurzzeitig, dann ersetzte man diese gegen eine unförmige, viel zu große Halbschale.
Die gleichzeitig erschienene "1200 30th Anniversary" bekam eine potthäßliche Lenkerverkleidung und wurde komplett in schwarz getaucht; unmöglich.

Am schlimmsten gestaltete man die "1200 TS": Lenkerverkleidung wie eine BMW 1000 RS, sinnlose Zylinderabdeckungen, Plastikkotflügel hinten, lackierter Kotflügel vorne (nix mehr VA), eckiger "Bürzel", seitliche Paneele.
Bis auf die andere Verkleidung erhielt auch die "Jota" diese üblen Details; mit der "Höckerbank" hatte die Maschine optisch einen lustigen "Hängearsch".


Die meisten Fahrer richteten die Optik ihrer Maschinen durch Demontage dieser unnötigen und grauenhaften Teile.

Ganz schlimm wurde die Gestaltung der "RGS"-Modelle; hier lautete das Motto wohl "Plastik über alles", quadratmeterweise wurde rundum alles wie ein Yoghurtbecher verschalt.
Die Verkleidung viel zu groß, riesige Seitenplanken, ein mächtiger Brotkasten hinten auf dem Sitz; selbst der hübsche Zylinderkopf wurde versteckt.

Neben der RGS, Corsa, Executive und RGA wurde insbesonders die SFC übermäßig mit Plastik verkleistert, speziell im Heckbereich.

Natürlich ist alles Geschmackssache und ein paar wenigen wird dies so gefallen, aber viele "Umbaumotive" sind auch in der grundsätzlich verkorksten Optikentwicklung bei Laverda zu finden.




 
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