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11.12.2011 23:38der wahre stand zur abs-pflichteine weihnachtsfeier und eine weinprobe an zwei aufeinander folgenden abenden haben meine schaffenskraft vorübergehend ein wenig gemindert, mich aber nicht zerstört. nach reichlich schlaf und noch mehr cola, einem liter o-saft und zwei kannen kaffee bin ich nun fit genug, etwas über den aktuellen stand der abs–debatte im eu-parlament zu sagen . zunächst aber: auf etlichen internetseiten und wahrscheinlich auch in einer ganzen reihe von printmedien ist zu lesen, dass die eu eine abs-pflicht für motorräder ab 2016 bereits beschlossen habe. diese meldung ist falsch. richtig ist, dass der ausschuss für binnenmarkt und verbraucherschutz (imco) sich am 5.12.11 in seinem votum dafür ausgesprochen hat. die abstimmung des eu-parlaments selbst jedoch steht noch aus. sie wird voraussichtlich am 14.3.2012 sein. ursächlich für die falschmeldung ist nach meiner meinung eine pressemeldung des adac vom 6.12.11 (hintergrund: der adac hat einen eigenen pressedienst, der meldungen herausgibt, damit diese von den medien aufgenommen und als kurze nachricht oder als artikel publiziert werden. das geschieht dann häufig 1 zu 1). diese meldung war so formuliert, dass man, so man kein kenner der materie ist, davon ausgehen muss, die abs-pflicht sei bereits beschlossene sache. dies zu suggerieren war meines erachtens nach auch das ziel der meldung. was ja auch prima geklappt hat. so hatte zum beispiel motorrad-online, das internetportal der zeitschrift motorrad, die falschmeldung ursprünglich ebenfalls veröffentlicht. und sie dann, nachdem ich interveniert habe, richtigstellend korrigiert. an dieser stelle nochmal meinen ausdrücklichen dank dafür. weil aber kein schwein, also auch antifah nicht, alle falschmelder finden und um korrektur bitten kann, flattert die fehlinformation weiterhin durch einen teil der deutschen medienlandschaft. mit dem verfasser der meldung und der für eu-vorgänge zuständigen dame des adac hatte ich bereits kurz nach ihrer veröffentlichung kontakt aufgenommen. mir wurde sehr wohl zugestanden, telefonisch wie auch per email, dass ich recht habe - ja, das eu-parlament habe noch nicht entschieden, die abs-pflicht sei noch nicht beschlossene sache, man könne aber, so wurde mir mitgeteilt, auf ein solches detail in einer pressemeldung aus platzgründen nicht eingehen. vom adac erwarte ich nichts anderes. ich verfolge seit jahren mit abscheu die systematische beeinflussung der öffentlichkeit durch einen der weltweit grössten und ungeheuer mächtigen lobbyisten. nun aber zur eu selbst. wie bereits gesagt, am 5.12.11 traf sich der imco-ausschuss und stimmte ab über seinen entwurf zu der von der eu-kommission ins parlament eingebrachten gesetzesvorlage für eine eu-weit einheitlich geltende neuregulierung der zulassungsbestimmung der sogenannten fahrzeugkategorie l, zu der auch motorräder, gespanne und quads gehören. diese abstimmung des imco - ausschuss kann als empfehlung für die abstimmung nächstes jahr im plenum betrachtet werden. der imco-ausschuss spricht sich für eine abs-pflicht ab 2016 für alle zweiräder (bzw. der fahrzeugklasse l) mit mehr als 50 ccm aus. das wäre eine verschärfung gegebenüber dem von der kommission eingebrachten vorschlag, die einen beginn in 2017 vorsieht und die abs-pflicht erst ab 125 ccm aufwärts. unterhalb dieses hubraums ist in dem ursprünglichen entwurf freigestellt, ob vom hersteller ein abs oder eine verbundbremse eingebaut wird. wesentlicher punkt in der imco-debatte über die abs-pflicht war hier ein weiteres mal die frage der zusätzlichen kosten. die befürworter gehen davon aus, dass sie unwesentlich seien, die fema, der dachverband der europäischen motorradfahrerverbände, ist da realistischer und spricht von 500 bis 1.500 euro, ohne berücksichtigung der zusätzlichen kosten für den erhöhten wartungsaufwand. an dieser stellen sei angemerkt, dass die höheren kosten für das abs eines der argumente der von antifah ins parlament eingebrachten kollektivpetiton ist. denn die kommission und das parlament sind dem verbraucherwohl verpflichtet. das selbstverständlich nicht in gesetzen bestehen kann, die zu höheren preisen für den verbraucher führen. darum wird auch so anhaltend über die höhe der mehrkosten für das abs gestritten - müssen doch die befürworter durchsetzen, dass sie als vernachlässigbar gering bezeichnet werden, um nicht nachweislich gegen ihren auftrag zu verstossen. in der aktuellen debatte bleibt zunächst abzuwarten wie spanien, frankreich und italien auf diese verschärfung reagieren werden. sitzen hier doch in der hauptsache die produzenten kleiner motorräder und roller. diese sind von den mehrkosten überproportional betroffen. soviel zum abs. die gesetzesvorlage besteht allerdings aus vielen weiteren punkten. für uns motorradfahrer haben sie alle mehr oder weniger relevanz. vielleicht werden wir etliche davon trotzdem nie bewusst wahr nehmen. an unser bewusstsein dringen dürfte aber der stecker unter der sitzbank. den ja motorräder neueren datums meist eh schon haben. nun soll er aber nach dem willen der eu zu einem system gehören, in dem nicht mehr nur der hersteller freiwillig programmieren kann, welche fehlermeldungen er abgelegt haben möchte. zukünftig soll gesetzlich geregeltes abgelegt werden, z.b. wenn emmissionsgrenzen überschritten werden. derzeit ist die genaue funktion des obd (on board diagnistic) genannten systems und vor allem, was es im einzelnen prüft, noch unklar. im gespräch sind dabei auch maßnahmen, die zu einer leistungsveränderung führen. nicht geklärt ist zudem, wer eigentlich auf das obd zugriff haben wird – der hersteller, die technischen überwachungsvereine, die lieben verkehrsbullizisten... zu befürchten ist, dass das auch bei der abstimmung im nächsten jahr noch unklar sein wird. denn die kommission hat vor, sich nur die grundsätzliche erlaubnis für das obd parlamentarisch absegnen zu lassen, die umsetzung – und die tatsächliche ausgestaltung - soll dann in einem sogenannten deligierten rechtsakt nach art. 290 aeuv erfolgen. das bedeutet, es würde über all diesen punkte noch nicht einmal mehr zu einer parlamentarisch geführten debatte und abstimmung kommen, sondern einfach verordnet werden. Editiert von jensinberlin - 11.12.2011 23:47 gegen eine abs pflicht, für eine freie, autonome entscheidung... und für die freie benzinrede am italienerstammtisch, jeden 1. mittwoch eines monats an der spinnerbrücke www.antifah.de |
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12.12.2011 08:07Re: der wahre stand zur abs-pflichtvielen Dank für Dein Engagement. Ich sehe schon, daß ich irgendwann nur noch mit alten Fahrzeugen, die von solch einem Schwachhsinn nicht betroffen sind, unterwegs sein werde. Ich bin mir aber sicher, daß diese Ratten uns auch irgendwann einmal mit einer Warnwestenpflicht beglücken werden. Alles natürlich nur zu unserem Besten.... Viele Grüße Lutz |
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12.12.2011 13:27Re: der wahre stand zur abs-pflichtSchuld dafür ist der Kostendruck, denn man kann nur schwer die Kosten für ein gutes ABS in einem Fahrzeug wie z.B. einer 250er Kawa dem Käufer voll aufdrücken. Also werden Systeme entwickelt, die man in einem Sportler genauso wie in einer Enduro verwenden kann. In beiden Fahrzeugen wäre es nur ein fauler Kompromiss. Ganz abgesehen davon, werden mit Sicherheit einige Fahrzeuge vom Markt verschwinden, weil sie konstruktiv gar nicht für die Verwendung von ABS-Systemen ausgelegt sind. Rahmen- und die ganze Aufhängungstruktur, aber auch elektrische Komponenten spielen hier eine entscheidende Rolle. Zum OBD: Grundgedanke war hier die Abgasuntersuchung (AU). Der Checker soll easy die Möglichkeit haben, die abgasrelevanten Bauteile zu überprüfen. Dazu kamen noch ESP, Airbaggedöns, ABS-Geschisse, alles was sicherheitsrelevant ist. Dadurch hatten auch theoretisch alle Klitschenheinis, die Möglichkeit, die Karren wieder flott zu machen. Was ja auch wieder durch irgendein Gesetz untermauert wurde. Aber genau das mit den kleinen Reperaturbuden funktioniert nicht. Trotz aller Verpflichtungen haben die Autohersteller da Sachen programmiert, wo nur sie mit ihren eigenen Diagnosetools drauf zugreifen können und den Gang in die Vertragswerkssdtatt unumgänglich werden lassen. Gruß Ingo #57 #57 www.foerstermotorradtechnik.de |
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29.12.2011 10:12Re: der wahre stand zur abs-pflichtSiehe KTM 690 SM, mehr Leistung, ABS (Bosch9M neueste Generation also nix Billig) keine Einstellbare Gabel mehr und gegossene Bremszangen. Und wunder das Moped kostet 500 Euro weniger mit hochmodernem ABS das an der Überschlaggrenze regelt und ABSCHALTBAR ist. Die Menge wird es richten, wenn alle Mopeds damit ausgerüstet werden sind die kosten dafür eher vernachlässigbar und gerade für die Billigmopeds eher ein noch größerer Gewinn was Bremsleistung angeht. www.stuff4biker.com |
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29.12.2011 14:01Re: der wahre stand zur abs-pflichtdies mit dem argument, sich so einen abschottenden vorteil gegen die (noch potentielle) konkurrenz aus china und indien verschaffen zu können. nach meiner meinung wird die 690 sm komplett in indien (bei bajaj) gefertigt, genauso wie die neue 690 superduke und die unglängst vorgestellte 125 und 200 duke. so betrachtet erscheint auch der genannte preisvorteil in einem anderen licht. gegen eine abs pflicht, für eine freie, autonome entscheidung... und für die freie benzinrede am italienerstammtisch, jeden 1. mittwoch eines monats an der spinnerbrücke www.antifah.de |
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02.01.2012 09:16Re: der wahre stand zur abs-pflichtAber stell dir vor, der Kunde ist "stand 2011" sogar bereit für ABS zu bezahlen, und das ohne ZWANG und Regelung vom Staate her. Der Kunde ist heute so mündig das er den Unterschied merkt wenn er in der Fahrschule eine Bremsprobe mit und ohne ABS ( toll das man das Abstellen kann ) macht und kauft sich doch glatt ohne STAATS- und EUROPA-Zwang ein Motorrad MIT ABS. Und vielleicht ist der KTM Chef ja doch so Klug ( ich unterstelle ihm das mal ) das er das mitbekommen hat, das sich der freie mündige Bürger freiwillig immer öfter für das ABS entscheidet und sogar noch zahlt dafür. Dann machen wir das ohne Aufpreis und bekommen so den ein oder anderen Kunden zu uns. Toller Kaufmann muss ich sagen wenn man sich so entscheidet und die Märkte beobachtet. Ich wünsche dir aber trotzdem viel Glück mit deiner Aktion, ich glaube nur nicht das die Erfolg haben wird da der Kunde sich schon längst freiwillig und die Hersteller wohl auch PRO ABS entscheiden haben. in diesem Sinne ein schönes neues Jahr 2012 www.stuff4biker.com |
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02.01.2012 10:51Re: der wahre stand zur abs-pflichtes geht nicht grundsätzlich darum, dass hersteller in anderen ländern fertigen lassen, diese debatte ist tatsächlich heute nicht zu mehr führen. sondern darum, dass der acem die einführung als einen erfolgversprcchenden versuch sieht, sich gegen konkurrenz aus z.b. indien abzuschotten. einem land, in dem ktm eben selbst günstig fertigen lässt. uns verbrauchern jedoch soll die möglichkeit, in zukunft eine indische motorradmarke zu kaufen, erschwert werden. selbstverständlich beherrschen ein pierer wie auch die anderen verbandsmitglieder das kaufmännische einmaleins. ebenso wie bosch, dem abs-hersteller schlechthin. dem es aus wirtschaftlicher sicht ein dorn im auge sein muss, dass in vor allem in den südeuropäischen ländern die abs-rate vergleichsweise gering ist; also wird fleissig lobbyarbeit betrieben, damit die eu-kommission das obligatorische abs in ihre gesetzesvorlage zur neuordung der typprüfunngen aufnimmt. begleitet wird das mit einer jahrelangen, vielstimmigen kampagne, mit der die öffentliche meinung pro abs-pflicht beeinflusst wird. kaufmännisches rechnen eines herstellers, eine verpflichtende ausrüstung statt einer optionalen sind aber komponenten, die dem verbraucherinteresse diametral entgegenstehen. und es gibt eben auch motorradfahrer, zu diese minderheit gehöre ich, für die das fahren eines automatenbestückten motorrads ein reizloses unterfangen ist. das muss muttchen im roten kleinwagen nicht interessieren, sollte aber wenigstens in motorradfahrerkreisen eine akzeptierte einstellung sein. was sie jedoch nicht ist. selbstverständlich haben die befürworter, die verbände, die hersteller, den kampf längst gewonnen. gegen eine abs pflicht, für eine freie, autonome entscheidung... und für die freie benzinrede am italienerstammtisch, jeden 1. mittwoch eines monats an der spinnerbrücke www.antifah.de |
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